Brandenburg ist das Bundesland der tausend Seen, endlosen Wälder und stillen Alleen. Wer in Berlin wohnt oder durchreist, hat hier ein riesiges Ausflugsziel direkt vor der Haustür. Aber auch wer von weiter kommt, findet in Brandenburg überraschend viel Abwechslung – von mystischen Lost Places über barocke Schlösser bis hin zu einem Tropenparadies mitten im Wald.
Diese 30 Ideen zeigen dir, was Brandenburg zu bieten hat. Ob du allein losfährst, mit Familie oder zu zweit – für jeden ist etwas dabei.
- Brandenburg bietet 30 abwechslungsreiche Ausflugsziele – von Natur bis Kultur
- Viele Ziele sind ab Berlin in unter 90 Minuten erreichbar
- Besonders lohnenswert: Spreewald, Potsdam, Tropical Islands und Kloster Chorin
- Für Familien, Paare und Alleinreisende gleichermaßen geeignet
- Die meisten Ziele funktionieren als reiner Tagesausflug ohne Übernachtung
Natur und Seen: 10 Ausflugsziele im Freien
Brandenburg hat mehr Seen als jedes andere Bundesland in Deutschland. Wer Natur liebt, ist hier richtig.
1. Spreewald: Auf dem Kahn durch die Fließe
Der Spreewald gehört zu den bekanntesten Naturregionen Brandenburgs – zu Recht. Das weitverzweigte Netz aus Wasserwegen, Wiesen und Auenwäldern ist UNESCO-Biosphärenreservat. Am besten erlebst du ihn vom Wasser aus: In Lübbenau oder Burg buchst du eine Kahnfahrt mit einem einheimischen Fährmann und lässt dich durch stille Kanäle treiben. Wer lieber selbst paddelt, mietet ein Kanu und ist völlig frei.
2. Werbellinsee
Der Werbellinsee liegt in der Schorfheide, gut eine Stunde nördlich von Berlin. Mit über 1.000 Hektar Wasserfläche und elf Metern Tiefe ist er einer der größten Brandenburger Seen. Hier kannst du wandern, Rad fahren, schwimmen oder einfach am Ufer sitzen. Der Ort Joachimsthal ist ein guter Ausgangspunkt.
3. Stechlin: Der klarste See Deutschlands
Der Stechlinsee gilt als einer der saubersten und klarsten Seen Europas. Fontane hat ihm einen eigenen Roman gewidmet. Das Biosphärenreservat drumherum ist dünn besiedelt und still – genau das macht es so besonders. Motorboote sind verboten. Ein Spaziergang um den See dauert etwa zwei Stunden und lohnt sich zu jeder Jahreszeit.
4. Scharmützelsee: Das Märkische Meer
Der Scharmützelsee wird wegen seiner Größe manchmal „Märkisches Meer“ genannt. Bad Saarow am Ufer ist das bekannteste Urlaubsziel am See. Hier gibt es Bootsvermietungen, Strandbäder und schöne Spazierwege entlang des Ufers. Im Sommer ist es voll – unter der Woche oder im Frühjahr hast du den See fast für dich.
5. Naturpark Westhavelland: Sternenpark
Der Naturpark Westhavelland ist einer der dunkelsten Orte Deutschlands – zumindest nachts. Er ist offiziell zertifizierter Sternenpark, weil hier die Lichtverschmutzung besonders gering ist. Tagsüber lohnt sich ein Ausflug wegen der weiten Havellandschaft, Kranichzüge im Herbst und ruhigen Radwegen. Abends wird es dann wirklich spektakulär.
6. Nationalpark Unteres Odertal
Der einzige Nationalpark Brandenburgs liegt an der polnischen Grenze und gehört zu den wichtigsten Feuchtgebieten Mitteleuropas. Besonders im Frühjahr, wenn die Wiesen überflutet sind und Zugvögel rasten, ist es ein einzigartiges Naturerlebnis. Schwedt ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren.
7. Märkische Schweiz: Buckow und seine Seen
Das kleine Mittelgebirge östlich von Berlin überrascht mit Hügeln, Buchenwäldern und klaren Seen – eine Topografie, die man in Brandenburg nicht erwartet. Buckow ist das Zentrum der Region. Du kannst hier wandern, schwimmen und das Bertolt-Brecht-Weigel-Haus besuchen, in dem das Theaterpaar seinen Sommersitz hatte.
8. Hoher Fläming: Wandern im Südwesten
Der Fläming ist die sanfteste Hügellandschaft Brandenburgs. Im Hohen Fläming gibt es gut ausgeschilderte Wanderwege durch Kiefernwälder und über Heideflächen. Die mittelalterliche Stadt Belzig mit ihrer Burg Eisenhardt ist ein guter Ausgangspunkt für Tagestouren in der Region.
9. Oderbruch: Kulturlandschaft am Fluss
Das Oderbruch ist eine der ältesten Meliorationsflächen Europas – Friedrich der Große ließ das Sumpfgebiet im 18. Jahrhundert trockenlegen und besiedeln. Heute ist es eine stille, weite Landschaft mit niederländisch anmutenden Bauernhöfen. Küstrin-Kietz an der Oder lohnt sich als historischer Punkt an der Grenze zu Polen.
10. Heideseen bei Luckau
Die ehemaligen Tagebaue im Süden Brandenburgs haben sich zu einer Seenlandschaft verwandelt, die überraschend mediterran wirkt. Die Heideseen bei Luckau sind ein beliebtes Ziel für Badende, Segler und Wassersportler. An heißen Sommertagen fühlt es sich an wie an einem kleinen Strand.
Kultur und Geschichte: 10 Ausflugsziele mit Tiefgang

Brandenburg hat Schlösser, Klöster und Städte mit erstaunlich viel Geschichte – viel davon abseits der großen Touristenströme.
11. Potsdam: Park Sanssouci
Potsdam ist das kulturelle Highlight Brandenburgs. Der Park Sanssouci mit seinen Schlössern, Orangerien und Gärten ist UNESCO-Weltkulturerbe und verdient mehr als einen halben Tag. Neben dem bekanntesten Schloss lohnen sich das Schloss Cecilienhof (wo das Potsdamer Abkommen unterzeichnet wurde) und die Russische Kolonie Alexandrowka. Plane mindestens fünf bis sechs Stunden ein.
12. Kloster Chorin
Die Ruine des Zisterzienserklosters Chorin gehört zu den schönsten gotischen Bauwerken Norddeutschlands. Im Sommer finden hier die Choriner Musiksommer statt – Konzerte inmitten der historischen Gemäuer. Die Anlage liegt mitten im Wald, eine gute Stunde nördlich von Berlin. Ein Spaziergang um das Kloster und zum nahen Amtssee ist inklusive.
13. Schloss Rheinsberg
Rheinsberg ist Brandenburgs romantischster Ort. Das Schloss am gleichnamigen See war der Lieblingsort des jungen Friedrich des Großen. Kurt Tucholsky hat ihm eine Novelle gewidmet. Der Park lädt zum Spazieren ein, und eine Bootsfahrt auf dem Rheinsberger See rundet den Ausflug ab. Das Städtchen selbst ist klein und beschaulich.
14. Brandenburg an der Havel
Die Namensgeberin des Bundeslandes wird von den meisten übersehen – zu Unrecht. Die Altstadt liegt auf mehreren Inseln in der Havel und hat eine stimmige mittelalterliche Atmosphäre. Der Dom St. Peter und Paul aus dem 12. Jahrhundert gehört zu den bedeutendsten romanischen Kirchenbauten Norddeutschlands. Eine Schifffahrt auf der Havel ist der entspannte Abschluss des Tages.
15. Neuruppin: Fontane-Stadt
Theodor Fontane wurde hier geboren, und das Städtchen erinnert an jeder Ecke daran. Die klassizistische Innenstadt – nach einem Brand neu gebaut – ist ein gelungenes Beispiel für Stadtplanung aus dem 18. Jahrhundert. Der Ruppiner See vor der Stadt lädt nach dem Stadtbummel zu einem Spaziergang oder einer Bootsfahrt ein.
16. Kloster Neuzelle
Das Zisterzienserkloster Neuzelle im Oderland ist das best erhaltene Barockkloster Norddeutschlands. Die Kirche mit ihren Fresken und Stuckornamenten ist beeindruckend, die Gartenanlage ist nach historischen Plänen wiederhergestellt worden. Neuzelle ist klein, ruhig und ideal für einen halben Tag abseits der bekannten Pfade.
17. Frankfurt (Oder): Grenzstadt mit Geschichte
Frankfurt an der Oder ist eine unterschätzte Stadt. Die historische Verbindung mit dem polnischen Słubice auf der anderen Oderseite macht sie zu einem besonderen Ort. Die restaurierte Marienkirche, das Kleist-Museum (Heinrich von Kleist wurde hier geboren) und der Spaziergang über die Stadtbrücke mit Blick auf beide Länder lohnen sich.
18. Cottbus: Branitzer Park
Der Branitzer Park bei Cottbus ist das Lebenswerk von Fürst Hermann von Pückler-Muskau, einem der exzentrischsten Gartengestalter des 19. Jahrhunderts. Der Park mit seinen einzigartigen Erdpyramiden in einem künstlichen See – in einer davon ist Pückler begraben – ist eine der ungewöhnlichsten Parkanlagen Deutschlands.
19. Beelitz-Heilstätten: Der bekannteste Lost Place Deutschlands
Die alten Lungenheilanstalten in Beelitz stehen seit Jahrzehnten leer und haben sich zu einem der berühmtesten Verfallsorte Deutschlands entwickelt. Seit einigen Jahren gibt es offizielle Baumkronentouren durch das Gelände – du kannst auf Stahlbrücken hoch über dem Boden über die historischen Gebäude gehen. Eindrücklich und ein bisschen unheimlich.
20. Wittstock/Dosse: Rosenstadt
Wittstock ist eine gut erhaltene mittelalterliche Kleinstadt im Norden Brandenburgs. Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit Türmen ist ein seltener Anblick. Wittstock war 1636 Schauplatz einer der größten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges – das Museum „1636 – Ihre letzte Schlacht“ macht diese Geschichte lebendig.
Besondere Erlebnisse: 10 Ausflugsziele für Abwechslung
Nicht alles in Brandenburg ist still und beschaulich. Diese Ziele überraschen.
21. Tropical Islands: Tropenparadies im Brandenburger Wald
In einer ehemaligen Luftschiffhalle bei Krausnick befindet sich die größte Tropical Islands der Welt. Drinnen: tropische Pflanzen, Wassertobogane, ein Sandstrand, Saunalandschaft und Übernachtungsmöglichkeiten im Zelt oder in Lodges. Bei Schmuddelwetter von außen einer der besten Tagesausflüge Brandenburgs.
22. Filmpark Babelsberg
Das größte Filmstudio Europas öffnet in der Saison seine Tore für Besucher. Du siehst Stunt-Shows, Filmsets und Kulissen aus bekannten deutschen und internationalen Produktionen. Für Filmfans und Kinder ein lohnender Tagesausflug direkt in Potsdam-Babelsberg.
23. Therme Templin
Die Therme in Templin ist eine der beliebtesten Wellnessanlagen Brandenburgs. Außenpools mit Blick auf den Templiner See, Saunalandschaft und Rutschen machen sie zur perfekten Adresse für einen Ausflug, der auf Entspannung ausgerichtet ist. Templin selbst ist eine hübsche Fachwerkstadt mit vollständiger Stadtmauer.
24. Ferropolis: Stadt aus Eisen
Ferropolis bei Gräfenhainichen (technisch in Sachsen-Anhalt, aber direkt an der Brandenburger Grenze) ist ein Open-Air-Industriemuseum mit fünf riesigen Braunkohle-Baggern auf einer Halbinsel im Gremminer See. Im Sommer finden hier Festivals statt. Als Industriedenkmal und Konzertstätte ist Ferropolis einzigartig in Deutschland.
25. Spreepark Berlin: Verlassener Freizeitpark
Im Plänterwald am Spreeufer liegt der ehemalige DDR-Vergnügungspark. Nach langen Jahren des Verfalls wurde er saniert und öffnet heute für Führungen, Events und ein kleines Café. Das Riesenrad, das noch immer steht, ist zum Symbol verfallener Vergnügen geworden. Geführte Touren lassen sich direkt online buchen.
26. Schiffshebewerk Niederfinow
Das Schiffshebewerk Niederfinow ist ein technisches Denkmal aus den 1930er Jahren – und eines der beeindruckendsten. Hier werden Schiffe in einem riesigen Trog 36 Meter angehoben oder abgesenkt, um die Höhendifferenz des Oder-Havel-Kanals zu überwinden. Ein neues, modernes Hebewerk steht daneben. Für Technikinteressierte ein Muss.
27. Rathenow: Optikpark
Rathenow hat eine jahrhundertealte Tradition in der Optikherstellung. Der Optikpark am Stadtrand erinnert daran und ist gleichzeitig ein schöner Landschaftspark mit Skulpturen und Kunstinstallationen. Der Park ist kostenlos zugänglich und ideal für einen ruhigen Spaziergang.
28. Bad Wilsnack: Der Wunderblut-Ort
Bad Wilsnack war im Mittelalter einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas – angeblich bluteten hier drei Hostien auf wundersame Weise. Die Wunderblutkirche St. Nikolai ist ein beeindruckendes gotisches Gotteshaus, das viel größer ist, als man es für ein so kleines Städtchen erwarten würde. Bad Wilsnack hat dazu ein Kurgastzentrum mit Thermalwasser.
29. Neustadt (Dosse): Nationales Gestüt
Das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt in Neustadt (Dosse) ist eines der ältesten und renommiertesten Gestüte Deutschlands. Du kannst hier Hengste besichtigen, an Führungen teilnehmen und im Sommer Turniere verfolgen. Für Pferdefans ein absolutes Highlight.
30. Luckau: Die vergessene Mittelalterstadt
Luckau im Spreewald-Vorland ist eine der am besten erhaltenen Mittelstädte Brandenburgs. Das Stadtbild mit dem großen Marktplatz, der Nikolaikirche und den historischen Bürgerhäusern ist fast unverändert geblieben. Luckau liegt auf dem Weg in den Spreewald und lässt sich gut als Zwischenstopp einplanen.
Praktische Tipps für deinen Brandenburg-Tagesausflug
Anreise: Die meisten Ziele sind mit dem Auto am bequemsten erreichbar. Potsdam, Buckow und der Spreewald haben auch gute Zugverbindungen aus Berlin.
Beste Reisezeit: Frühling und Herbst sind ideal – weniger Besucher, mildere Temperaturen. Der Spreewald im Frühsommer, wenn die Wiesen grün sind und die Fließe klares Wasser führen, ist besonders schön. Im Winter lohnen sich Kloster Chorin und Potsdam, wenn der Schnee liegt.
Übernachten: Wer mehr als einen Tag plant, findet in der Region günstige Optionen. Tipps dafür gibt es im Artikel zu Budget-Hotels in Deutschland.
Kombination: Viele Ziele lassen sich gut kombinieren. Rheinsberg und Neuruppin liegen nah beieinander, ebenso Kloster Chorin und das Schiffshebewerk Niederfinow. Der Spreewald mit Luckau ergibt einen schönen Halbtages-Komplex.
Wer statt Brandenburg lieber westlich von Zuhause schaut, findet auch im Artikel zu Tagesausflügen in NRW viele Ideen für spontane Trips.
Fazit
Brandenburg ist so viel mehr als das flache Land um Berlin. Wer bereit ist, ein bisschen Zeit ins Auto oder in den Zug zu investieren, entdeckt hier eine Reiseregion mit echtem Charakter. Seen, Schlösser, Klöster, verlorene Orte und ein Tropenparadies mitten im Wald – das alles ist Brandenburg.
Fang einfach an. Nimm dir ein Ziel aus dieser Liste, pack das Auto und fahr los. Die meisten Orte auf dieser Liste sind an einem einzigen Tag gut zu erleben. Und wer einmal angefangen hat, will wiederkommen.
FAQ
Was sind die bekanntesten Ausflugsziele in Brandenburg?
Zu den bekanntesten Zielen zählen Potsdam mit dem Park Sanssouci, der Spreewald bei Lübbenau, Tropical Islands und Kloster Chorin. Alle vier sind gut erreichbar und bieten einen langen Reisetag.
Welche Ausflugsziele in Brandenburg eignen sich für Familien mit Kindern?
Tropical Islands ist mit Rutschen, Strand und Tropenhalle ideal für Familien. Der Filmpark Babelsberg und das Schiffshebewerk Niederfinow sind ebenfalls kinderfreundlich. Im Spreewald macht eine Kahnfahrt auch mit Kindern Spaß.
Wie weit ist Brandenburg von Berlin entfernt?
Potsdam liegt nur 30 Minuten von Berlin-Mitte entfernt. Der Spreewald ist in etwa 90 Minuten erreichbar. Die nördlichen Ziele wie Neuruppin oder der Stechlin liegen ebenfalls unter 90 Fahrminuten. Cottbus und Frankfurt (Oder) brauchen etwas mehr als eine Stunde.
Wann ist die beste Zeit für einen Ausflug nach Brandenburg?
Frühling (April bis Juni) und Frühsommer sind ideal für Natur- und Seenziele. Herbst ist wunderschön im Wald rund um Stechlin oder Chorin. Im Winter lohnen sich Kulturziele wie Potsdam oder Cottbus, wo es weniger Menschenmassen gibt.
Welche Ausflugsziele in Brandenburg sind kostenlos?
Die meisten Naturziele wie Werbellinsee, Stechlin, Nationalpark Unteres Odertal und der Optikpark in Rathenow sind kostenlos. Park Sanssouci (der Park selbst) ist frei zugänglich – nur die Schlösser kosten Eintritt. Kloster Chorin verlangt eine kleine Eintrittsgebühr.
