Der Harz ist das nördlichste Mittelgebirge Deutschlands und das Überraschungspaket unter den deutschen Reisezielen. Wer hier an Rentner und Kur-Wohnen denkt, hat die Region nicht wirklich kennengelernt. Schneebedeckte Gipfel im Winter, schroffe Felsen im Frühling, dichte Wälder im Sommer und Hexensagen rund ums Jahr – der Harz ist weit mehr als sein Ruf.
Das Wichtigste auf einen Blick
Der Harz liegt zwischen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Die Harzer Schmalspurbahn verbindet viele Ziele auf historischen Gleisen
Beste Reisezeit: Frühling bis Herbst, Winter für Skifahrer und Schneewanderer
Berge, Wälder und Natur
Brocken: Der Hexenberg
Der Brocken ist mit 1.141 Metern der höchste Gipfel Norddeutschlands. Er ist das Symbol des Harzes – und dank der Harzer Schmalspurbahn bequem erreichbar. Die Dampfbahn fährt von Wernigerode und Nordhausen aus auf den Gipfel. Oben erwartet dich ein Nationalpark, ein Museum zur DDR-Geschichte des Brockens und an klaren Tagen ein Panorama bis zur Ostseeküste.
Nationalpark Harz
Der Nationalpark Harz umfasst die wildeste Zone des Gebirges rund um den Brocken. Hier gibt es keine Forstwirtschaft, die Natur entwickelt sich frei. Urwüchsige Moore, umgestürzte Fichten und Wildnis, wie man sie in Deutschland selten findet. Wanderwege durchziehen den Park – der beliebteste ist der Goetheweg von Torfhaus auf den Brocken (10 km).
Bodetal: Klamm und Hexentanzplatz
Das Bodetal bei Thale ist eines der romantischsten Täler des Harzes. Die Bode schlängelt sich durch enge Felsen, hoch darüber thront der Hexentanzplatz. Mit der Seilbahn gelangst du bequem nach oben. Unten im Tal führt ein gut gesicherter Wanderweg durch die Klamm. An Walpurgisnacht (30. April) ist der Hexentanzplatz Treffpunkt für tausende Besucher.
Selketal: Das stille Tal
Das Selketal ist der ruhigere Gegenpol zum Brocken-Trubel. Die Selke fließt durch bewaldete Hügel, die Harzer Schmalspurbahn fährt im Takt der Natur durch enge Kurven. Mägdesprung, Alexisbad und Harzgerode sind kleine Orte im Tal mit historischer Substanz und wenig Massentourismus.
Eines der schönsten Ziele in der Region.
Städte und Kultur
Goslar: UNESCO-Weltkulturerbe
Goslar ist eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadtzentren Deutschlands und UNESCO-Weltkulturerbe. Die Fachwerkhäuser der Altstadt, der Kaiserpalast und das Bergbaumuseum Rammelsberg (ebenfalls Weltkulturerbe) machen die Stadt zu einem Kulturpflichtprogramm. Plane mindestens einen halben Tag ein.
Quedlinburg: Stiftskirche über der Stadt
Quedlinburg liegt am Ostrand des Harzes und ist eine der am besten erhaltenen Fachwerkstädte Deutschlands. Die Stiftskirche St. Servatii auf dem Schlossberg ist UNESCO-Weltkulturerbe. Im Tal darunter erstreckt sich eine Altstadt mit über 1.300 Fachwerkhäusern. Der Ausblick vom Schlossberg bei Sonnenuntergang ist eines der schönsten Bilder, die der Harz zu bieten hat.
Wernigerode: Das bunte Harzstädtchen
Wernigerode ist der populärste Eingangsort des Harzes. Das Rathaus aus dem 15. Jahrhundert und das Schloss Wernigerode auf dem Hügel darüber sind die Wahrzeichen. Von hier startet die Schmalspurbahn auf den Brocken. Die bunte Fachwerkaltstadt ist perfekt für einen Stadtbummel vor oder nach der Bergfahrt.
Stolberg: Mittelalter im Tal
Stolberg im Südharz ist einer der geheimsten Orte des Harzes. Das Schloss hängt direkt über dem Tal, die Fachwerkhäuser schmiegen sich die Hänge hinauf. Kaum Touristen, fast kein Trubel – ein Ort, der noch nicht entdeckt wurde.
Geheimtipps
Rübeländer Tropfsteinhöhlen
Die Baumannshöhle und die Hermannshöhle bei Rübeland sind zwei der bedeutendsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands. In der Hermannshöhle leben Fledermäuse und Grottenolme. Geführte Touren dauern etwa eine Stunde und sind für Kinder wie Erwachsene beeindruckend.
Harzer Schmalspurbahn
Das Schmalspurbahnnetz des Harzes ist das größte noch in Betrieb befindliche Netz dieser Art in Deutschland. Drei Linien verbinden Wernigerode, Nordhausen und Quedlinburg mit dem Brocken und dem Selketal. Eine Fahrt mit der alten Dampflok ist selbst für Nicht-Eisenbahn-Fans ein unvergessliches Erlebnis.
Praktische Tipps
Anreise: Goslar und Wernigerode sind per Bahn gut erreichbar. Für das Selketal und Stolberg empfiehlt sich ein Auto. Die HarzCard gibt unbegrenzten Eintritt in über 100 Attraktionen und lohnt sich ab zwei Tagen.
Beste Reisezeit: Frühling und Herbst für Wanderungen und Städtebesuche. Winter für Schneewanderungen auf dem Brocken (aber Wetter prüfen). Walpurgisnacht (30. April) ist besonderes Erlebnis, aber überfüllt.
Fazit
Der Harz hält, was er verspricht: mittelalterliche Städte, wilde Berglandschaft, historische Eisenbahn und Hexensagen. Ob du einen Tag oder ein ganzes Wochenende mitbringst – du wirst mehr entdecken, als du erwartet hast. Die Kombination aus Goslar, Wernigerode und Bodetal reicht für drei volle Tage.
FAQ
Was sind die bekanntesten Ausflugsziele im Harz?
Brocken, Goslar, Wernigerode, Quedlinburg und das Bodetal gehören zu den bekanntesten Zielen. Alle sind gut erreichbar und bieten Tagestrips ohne Übernachtung.
Wie kommt man am besten in den Harz?
Per Bahn nach Goslar oder Wernigerode, dann weiter mit der Harzer Schmalspurbahn. Mit dem Auto ist man von Hannover, Braunschweig oder Magdeburg in unter zwei Stunden da.
Wann ist die Walpurgisnacht im Harz?
Walpurgisnacht ist jedes Jahr am 30. April. Besonders auf dem Hexentanzplatz bei Thale und in Schierke am Brocken gibt es Feste, Umzüge und Feuer. Hotels sind an diesem Wochenende sehr früh ausgebucht.
Was kostet eine Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn auf den Brocken?
Eine einfache Fahrt von Wernigerode auf den Brocken kostet etwa 33 Euro (Stand 2025, Preise können variieren). Mit der HarzCard ist die Fahrt in vielen Paketen enthalten.