Das Saarland ist klein, aber es steckt voller Überraschungen. Wälder, Weinberge, Römerruinen und eine pulsierende Kulturszene warten nur darauf, von dir entdeckt zu werden. Hier sind die schönsten Ausflugsziele, die dieses unterschätzte Bundesland zu bieten hat.
- Das Saarland bietet Natur, Kultur und Geschichte auf kleinstem Raum
- Die Saarschleife bei Mettlach ist eines der bekanntesten Fotomotive Deutschlands
- Völklingen und seine Weltkulturerbe-Hütte lohnen sich für Industriegeschichts-Fans
- Der Saarburg-Wasserfall mitten in der Innenstadt überrascht jeden Besucher
- Beste Reisezeit: Mai bis Oktober, Herbst für Weinlese ideal
Die Saarschleife: Naturwunder im Saartal
Wenn du ein Bild des Saarlandes siehst, zeigt es meistens diese Schleife. Der Fluss Saar macht bei Mettlach eine 180-Grad-Kurve und windet sich durch bewaldete Hügel, die sich wie eine grüne Wand um das glitzernde Wasser legen. Der Aussichtspunkt Cloef auf dem Orscholzer Plateau ist der klassische Weg, diesen Anblick zu genießen. Komm früh morgens, wenn der Morgendunst noch über dem Tal liegt, und du wirst verstehen, warum Menschen von weither anreisen.
Wer aktiver unterwegs sein möchte, wandert auf dem Saarkohlenwald-Weg oder mietet ein Kanu und paddelt direkt durch die Schleife. Das Erleben aus dem Wasser ist ein ganz anderes als von oben. Rund um Mettlach lohnt sich auch ein Besuch der Villeroy & Boch-Fabrik und des Museums zur Geschichte der Keramikkunst.
Praktische Infos zur Saarschleife
Parkplätze gibt es am Aussichtspunkt Cloef (kostenpflichtig). Wer mit dem ÖPNV anreist, fährt nach Mettlach und geht von dort zu Fuß oder nimmt den Saar-Hunsrück-Steig. Der Weg von Mettlach zur Cloef dauert rund 45 Minuten und ist auch für Kinder gut machbar. Kanuverleih findest du direkt vor Ort in Mettlach.
Völklinger Hütte: Industrieromantik als Welterbe
Stell dir riesige Hochöfen vor, die schweigend in den Himmel ragen, einst glühend heiß und brüllend laut, heute still und von einer fast mystischen Atmosphäre umgeben. Die Völklinger Hütte ist das einzige vollständig erhaltene Eisenwerk der Gründerzeit weltweit und seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe. Wer hier spaziert, wandelt durch 140 Jahre Industriegeschichte.
Das Gelände ist riesig und lässt sich gut in zwei bis drei Stunden erkunden. Besonders beeindruckend sind die Erztaschen und die begehbare Gebläsehalle, die heute für Konzerte und Ausstellungen genutzt wird. Der Eintritt kostet für Erwachsene um die 17 Euro, Kinder zahlen weniger. Audioguides auf Deutsch sind im Eintrittspreis enthalten und erklären die einzelnen Stationen lebendig.
Kombination mit der Stadt Völklingen
Plane nach der Hütte einen kurzen Spaziergang in die Völklinger Innenstadt ein. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren kreativ entwickelt, mit Streetart-Projekten und kleinen Cafés. Es lohnt sich, hier Mittag zu essen und die entspannte Atmosphäre zu genießen, bevor du weiterfährst.
Saarbrücken: Kleines Stadtabenteuer mit großem Flair
Die Landeshauptstadt ist kompakt, aber lebendig. Das Schloss Saarbrücken mit seinem Museum für Vor- und Frühgeschichte, die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und die belebte Fußgängerzone laden zum Schlendern ein. Die Saar fließt direkt durch die Stadt, und entlang des Ufers findest du Parks, Eisdielen und abends gut besuchte Bars und Restaurants.
Besonders empfehlenswert ist die St. Johanner Markt-Gegend mit kleinen Weinstuben und Restaurants. Das Saarland hat eine eigene Küche mit französischen Einflüssen, Lyoner, Dibbelabbes und Hoorische stehen auf vielen Speisekarten. Ein kulinarisches Abenteuer für alle, die mehr als nur Currywurst kennen wollen.

Saarburg: Wasserfall mitten in der Stadt
Einen Wasserfall mitten in einer Innenstadt, das gibt es fast nirgendwo in Deutschland außer in Saarburg. Der Leukbach stürzt sich hier etwa 17 Meter in die Tiefe und brüllt durch die schmalen Gassen der Altstadt. Direkt daneben stehen Cafés und Weinstuben, sodass du den Donner des Wasserfalls beim Kaffeetrinken genießen kannst.
Saarburg liegt an der Saar und ist Teil der Saarweingegend, einem kleinen aber feinen Anbaugebiet. Eine Weinprobe bei einem der lokalen Winzer gehört zum Pflichtprogramm. Die Burgruine über der Stadt bietet zudem einen schönen Blick über Saarburg und das Saartal.
Homburg und die Römischen Kaiserquelle
Homburg ist die zweitgrößte Stadt des Saarlandes und beheimatet eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten: die Slossberghöhlen, die größten Sandsteinhöhlen Mitteleuropas. Auf einem Rundweg von rund einer Stunde kannst du die beeindruckenden Kammern und Gänge erkunden, die einst von der Bevölkerung als Keller und Schutzraum genutzt wurden.
Kombiniere den Höhlenbesuch mit einem Ausflug zum Römermuseum Schwarzenacker, das auf dem Gelände einer ausgegrabenen Römerstadt steht. Für Familien ist das eine tolle Kombi: Höhlen am Vormittag, Römer am Nachmittag.
Praktische Tipps für deinen Saarland-Trip
Beste Reisezeit
Das Saarland eignet sich das ganze Jahr über für Ausflüge. Frühling und Sommer sind ideal für Wanderungen und Wassersport. Herbst ist die schönste Zeit für Weinliebhaber, wenn die Weinlese beginnt und die Wälder sich bunt färben. Im Winter bietet das Saarland eine ruhige Alternative zu den überfüllten Weihnachtsmärkten der Großstädte.
Anreise und Mobilität
Mit dem Auto bist du gut unterwegs, da die Sehenswürdigkeiten über das Bundesland verteilt sind. Saarbrücken ist per Bahn gut erreichbar aus Frankfurt, Mannheim und dem Rheinland. Für Tagesausflüge innerhalb des Saarlandes empfiehlt sich das Saarland-Ticket der Deutschen Bahn, das Bus und Bahn für einen Tagespauschalbetrag nutzen lässt.
Kombination mit Nachbarregionen
Das Saarland grenzt an die Pfalz, den Hunsrück und Lothringen in Frankreich. Eine Kombinationsreise lohnt sich: Saarschleife und Trier an einem Wochenende, oder Saarbrücken und Metz für einen kleinen Frankreich-Ausflug. Saarburg liegt zudem an der Saar, nur eine knappe Stunde vom romantischen Trier entfernt.
Fazit
Das Saarland ist ein Geheimtipp, der immer bekannter wird. Kein anderes Bundesland bietet auf so kleiner Fläche so eine Mischung aus Natur, Industriekultur, Weinkultur und entspanntem Lifestyle. Die Saarschleife allein rechtfertigt die Anreise, aber wer einmal vor Ort ist, findet an jeder Ecke noch mehr. Plan dir mindestens ein Wochenende ein, um wirklich in Ruhe erkunden zu können. Du wirst überrascht sein, wie viel dieses kleine Bundesland zu bieten hat.
FAQ: Ausflugsziele Saarland
Was ist das bekannteste Ausflugsziel im Saarland?
Die Saarschleife bei Mettlach ist das meistfotografierte Motiv des Saarlandes und gilt als eines der schönsten Naturpanoramen Deutschlands. Der Aussichtspunkt Cloef auf dem Orscholzer Plateau bietet den klassischen Blick auf die Flussschleife.
Lohnt sich ein Tagesausflug ins Saarland?
Ja, das Saarland ist kompakt und lässt sich gut in einem Tag erkunden. Für einen Tagesausflug eignen sich die Saarschleife kombiniert mit Mettlach, oder Saarbrücken mit der Völklinger Hütte als Kombi-Tag.
Was kann man im Saarland kostenlos erleben?
Die Saarschleife von der Cloef aus zu genießen ist kostenlos (außer Parkgebühren). Das Wandernetz im Saarland, Spaziergänge in Saarburg und der Blick auf den Stadtwasserfall kosten nichts. Weinproben sind meist günstig oder gratis.
Welche Ausflugsziele im Saarland eignen sich für Familien mit Kindern?
Die Slossberghöhlen in Homburg sind ein Kinderhighlight. Auch das Römermuseum Schwarzenacker und eine Kanufahrt auf der Saar kommen bei Familien gut an. Saarbrücken bietet zudem mehrere Stadtparks und einen Zoo.
Wie weit ist die Saarschleife von Saarbrücken entfernt?
Die Saarschleife liegt etwa 45 Kilometer von Saarbrücken entfernt, was einer Fahrzeit von rund 45 Minuten mit dem Auto entspricht. Eine schöne Tagesrunde wäre Saarbrücken, Mettlach mit der Saarschleife und Saarburg.
