Der Schwarzwald gehört zu den bekanntesten Reisezielen Deutschlands und hat trotzdem Orte, die selbst eingefleischte Fans überraschen. Abseits von Titisee, Triberg und Baden-Baden warten wildromantische Täler, vergessene Bäder, stille Hochmoore und Dörfer, die kaum jemand kennt. Diese Geheimtipps lohnen sich.
- Der Schwarzwald hat echte Geheimtipps jenseits der bekannten Touristenziele
- Baiersbronn, Alpirsbach und Schiltach sind unterschätzte Highlight-Orte
- Das Kinzigtal und das Kandelgebiet bieten unberührte Natur
- Historische Klöster, stille Hochmoore und wilde Wasserfälle warten abseits der Pfade
- Beste Reisezeit: Mai bis Oktober, mit besonderem Charme im Herbst
Schiltach: Das schönste Fachwerk-Städtchen im Schwarzwald
Schiltach liegt im Kinzigtal und ist eines der besterhaltenen Fachwerk-Städtchen Deutschlands. Der Marktplatz ist so malerisch, dass man glaubt, in einer Filmkulisse zu stehen: Die Häuser aus dem 16. Jahrhundert steigen terrassenförmig den Hang hinauf, der Fluss Kinzig fließt unten durch, und alles ist in einem Zustand, als wäre gerade erst restauriert worden.
Was Schiltach von anderen Fachwerk-Städten unterscheidet, ist die Tatsache, dass das echte Leben noch hier stattfindet. Keine Touristenshops überall, keine nachgemachte Rustikal-Atmosphäre. Dafür echte Bäckereien, ein lokales Lederwarenmuseum und Wanderwege direkt am Stadtrand.
Wer in Schiltach übernachtet, hat auch die nahe gelegenen Orte Wolfach und Haslach erschlossen, die ebenfalls sehenswert sind und zusammen mit Schiltach eine kleine Kinzigtal-Runde ergeben.
Alpirsbach: Kloster, Bier und stille Täler
Alpirsbach hat ein romanisches Benediktinerkloster aus dem 11. Jahrhundert, das so vollständig erhalten ist, dass Führungen bis heute in die originalen Klostergewölbe führen. Das ist selten. Der Kreuzgang ist ein Ort zum stillen Innehalten, und die Kirche hat eine Schlichtheit, die beeindruckt.
Die Alpirsbacher Klosterbrauerei braute direkt neben dem Kloster und ist eine der ältesten Brauereien Deutschlands. Brauereiführungen sind möglich und enden natürlich mit einer Verkostung. Der Kontrast zwischen altem Kloster und handwerklicher Brauereikultur macht Alpirsbach zu einem einzigartigen Halt im Schwarzwald.
Baiersbronn: Das kulinarische Herz des Schwarzwalds
Baiersbronn ist für Feinschmecker ein Pflichtprogramm. Kein anderer Ort in Deutschland hat auf so kleiner Fläche so viele Michelin-Sterne. Die beiden Restaurants Schwarzwaldstube und Bareiss haben zusammen mehrere Drei-Sterne-Auszeichnungen. Aber auch für Normalsterbliche ohne Reservierung ist Baiersbronn toll: Gute Landgasthöfe, Wanderwege durch das Murgtal und entspannte Schwarzwald-Atmosphäre.
Das Murgtal selbst, durch das du nach Baiersbronn hineinfahrst, ist ein Geheimtipp für Wanderer. Steil, grün und voller rauschender Bäche. Die Tonbach-Schlucht in der Nähe ist ein kurzes, aber spektakuläres Wandererlebnis.

Der Kandel und das Elztal: Wenig besucht, viel geboten
Der Kandel ist mit 1.243 Metern einer der höchsten Berge im Mittleren Schwarzwald und trotzdem kein Massentouristenziel. Die Aussicht von der Kandelhaus-Terrasse über Rheinebene, Vogesen und Schwarzwald ist an klaren Tagen schlicht überwältigend. Der Aufstieg durch Fichtenwälder und über Freiflächen dauert je nach Route zwei bis drei Stunden.
Das Elztal unterhalb des Kandels führt durch Städtchen wie Waldkirch und Elzach, die charmant und wenig überlaufen sind. Waldkirch hat eine Orgelbautradition, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, und das dortige Orgelbaumuseum ist ein echter Nischengeheimtipp für Musikinteressierte.
Herrenwies und das Moorgebiet: Stille Hochflächen
Im Nordschwarzwald gibt es Hochmoore, die fast unwirklich wirken. Das Gebiet rund um Herrenwies ist kaum bekannt, obwohl es eines der schönsten Moorgebiete Deutschlands ist. Moorpfade führen durch das Naturschutzgebiet, Torfstiche erinnern an die historische Gewinnung, und die Stille ist fast unheimlich.
Wer Wandern und Naturerlebnisse abseits der üblichen Schwarzwald-Routen sucht, ist hier genau richtig. Der nächste größere Ort ist Bühl, von dort aus ist Herrenwies in 30 Minuten erreichbar. Eine Stunde Spaziergang durch das Moor reicht, um das Feeling vollständig mitzunehmen.
Praktische Tipps für Schwarzwald-Geheimtipps
Die genannten Orte sind alle am besten mit dem Auto erreichbar, da die Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln dünn sind. Eine Rundreise von Schiltach über Alpirsbach nach Baiersbronn und zurück über den Kandel ist in einem Wochenende machbar und deckt eine beeindruckende Bandbreite ab.
Übernachtungen im Schwarzwald sind oft in familiengeführten Hotels oder Pensionen möglich, die persönlicher und oft günstiger sind als große Ketten. In Schiltach und Baiersbronn gibt es gute Optionen für alle Budgets.
Die beste Reisezeit für Wanderungen ist Mai bis Oktober. Im Herbst, wenn der Schwarzwald in goldene Farben getaucht ist, ist er besonders fotogen. Für Skiwanderer und Winterwanderer lohnt sich auch Dezember bis Februar.
Fazit: Schwarzwald-Geheimtipps für den nächsten Ausflug
Ausflugsziele Schwarzwald Geheimtipps wie Schiltach, Alpirsbach, Baiersbronn und der Kandel zeigen, dass dieser Wald noch viel mehr zu bieten hat als die Standarditinerarien. Wer bereit ist, ein bisschen abseits zu fahren, findet Orte, die sich frisch anfühlen und trotzdem tief im Schwarzwald-Flair verwurzelt sind. Der nächste Schwarzwald-Trip darf ruhig etwas unbekannte Wege gehen.
FAQ: Ausflugsziele Schwarzwald Geheimtipps
Welche unbekannten Orte lohnen sich im Schwarzwald?
Schiltach, Alpirsbach, Herrenwies und das Elztal mit dem Kandel gehören zu den schönsten Geheimtipps. Sie bieten Natur, Geschichte und Schwarzwald-Flair ohne Massentourismus.
Was kann man im Schwarzwald abseits der bekannten Ziele machen?
Wanderungen durch das Kinzigtal, Führungen durch das Kloster Alpirsbach, Moorpfade bei Herrenwies und Ausflüge ins Elztal mit dem Kandel sind tolle Alternativen zu Titisee und Triberg.
Wann ist die beste Reisezeit für den Schwarzwald?
Mai bis Oktober ist ideal für Wanderungen. Herbst (September/Oktober) ist besonders schön wegen der Laubfärbung. Im Winter eignet sich der nördliche Schwarzwald gut für Schneeschuhwanderungen.
Wie komme ich in die Geheimtipp-Orte im Schwarzwald?
Mit dem Auto am bequemsten. Schiltach und Alpirsbach sind mit dem Kinzigbahn-Zug von Freudenstadt aus erreichbar. Baiersbronn liegt an der Murgtalbahn ab Rastatt.
Gibt es im Schwarzwald auch Geheimtipps für Familien?
Der Kandel ist ein toller Familienberg ohne technische Schwierigkeiten. Das Kloster Alpirsbach hat kindgerechte Führungen. Und die Moorspaziergänge bei Herrenwies funktionieren auch mit älteren Kindern sehr gut.
