
Skifahrer schwärmen vom Arlberg. Logisch. Aber die Region zwischen Vorarlberg und Tirol hat auch jenseits der Wintersaison einiges zu bieten. Ab Juni verwandeln sich die Hänge in saftige Almwiesen, die Dörfer werden still und die Luft riecht nach Heu statt nach Après-Ski. Ein Geheimtipp ist das zwar längst nicht mehr – trotzdem fühlt es sich im Sommer genau so an.
Après-Ski war gestern – der Arlberg zeigt sein anderes Gesicht
Rund um St. Anton, Stuben und Lech kehrt ab dem späten Frühling eine Ruhe ein, die man der Gegend kaum zutraut. Die Gondeln fahren weiter, doch statt Skifahrern steigen jetzt Wanderer ein. Kuhglocken lösen das metallische Kratzen von Kanten auf Eis ab. Die Dörfer wirken plötzlich wie ausgetauscht: ursprünglich, gelassen, beinahe verschlafen. Nach einem langen Tag in den Bergen findest du in einem Wellnesshotel am Arlberg genau die richtige Mischung aus Bergpanorama und Erholung. Spa mit Blick auf die Gipfel – das bleibt noch ewig hängen.
Wandern zwischen Lechtaler Alpen und Verwall
Über 300 Kilometer markierte Wege durchziehen das Gebiet rund um St. Anton. Gemütliche Panoramapfade wechseln sich ab mit schweißtreibenden Gipfelanstiegen, sodass für jedes Fitnesslevel etwas dabei ist. Laut Erhebungen von fact.tirol gehen 89 Prozent der Sommergäste in Tirol wandern. Das überrascht kaum, wenn du die Landschaft hier einmal selbst erlebt hast. Ein Highlight ist etwa der Valluga mit seinen 2.811 Metern. Von dort oben reicht der Blick bis weit in die Schweizer Alpen hinein. An klaren Tagen stockt dir schlicht der Atem.
Drei Etappen, fünf Orte – der Arlberg Trail
Hast du mehrere Tage Zeit, lohnt sich der Arlberg Trail. 52 Kilometer, drei Etappen, fünf Ortschaften – die Route verbindet St. Anton über Stuben mit Lech und lässt sich zwischen Juli und September komplett begehen. Mit rund 6.100 Höhenmetern insgesamt ist die Tour durchaus fordernd. Dank Unterkünften entlang der Strecke bleibt sie aber auch für ambitionierte Genusswanderer gut machbar.
Käseknödel, Speck und Kaiserschmarrn – kulinarisch auf der Alm
Auf den Hütten am Arlberg landet auf dem Teller, was die umliegenden Almen hergeben. Vorarlberger Bergkäse direkt aus der Sennerei nebenan, Tiroler Speck vom Bauern, dazu ein Kaiserschmarrn, der noch dampfend aus der Pfanne kommt. Essen auf einer Almterrasse mit Bergblick hat nichts mit Folklore zu tun. Das ist einfach gut.
Lesetipp: Ähnlich ursprüngliche Erlebnisse bietet übrigens auch ein Urlaub in Liechtenstein, wo alpine Küche und unberührte Natur auf engstem Raum zusammenfinden.
Bergluft trifft warmes Wasser: Erholung mit Ausblick
Tagsüber die Beine auf dem Trail fordern, abends im beheizten Pool die Muskeln lockern. Am Arlberg stellt sich dieser Rhythmus fast von allein ein. Mehrere Häuser in der Region haben genau darauf ihr Angebot zugeschnitten: Außenpools mit freiem Blick auf die Bergkette, Saunabereiche zwischen Zirbenholz und Panoramafenstern, Behandlungsräume, in denen du die Uhrzeit vergisst. Bergluft und heißes Wasser – eine Kombination, gegen die sich schlecht argumentieren lässt. Irgendwann sitzt du abends auf der Terrasse, die Gipfel färben sich rosarot und du fragst dich ernsthaft, warum du das nicht schon viel früher ausprobiert hast.
So planst du deinen Sommer am Arlberg
- Beste Reisezeit: Juli bis Mitte September. Dann laufen die Bergbahnen, die Hütten haben geöffnet und das Wetter zeigt sich verlässlich stabil.
- Anreise: Per Zug bis Landeck oder direkt nach St. Anton am Arlberg – der Ort hat einen eigenen Bahnhalt. Vom Flughafen Innsbruck trennen dich gut 100 Kilometer.
- Einpacken: Feste Wanderschuhe, eine winddichte Jacke und ordentlich Sonnenschutz. Ab 2.000 Metern wird es selbst im August frisch.
- Hütten reservieren: Unter der Woche geht Spontanes problemlos. Für Augustwochenenden lieber vorher buchen.
Was den Arlberg im Sommer von anderen Alpendestinationen abhebt, ist die Selbstverständlichkeit, mit der sich hier Bewegung und Genuss verbinden. Du musst nichts planen, nichts optimieren – der Wechsel zwischen Bergtour, Hüttenrast und Abendentspannung ergibt sich ganz von allein. Und genau das ist es, was viele Erstbesucher überrascht: nicht die Höhenmeter, nicht die Aussicht, sondern dieses Gefühl, dass ein Tag hier voller Erlebnisse steckt und sich trotzdem nie gehetzt anfühlt.
