Wer ein Stand-up-Paddle-Board mit auf Reisen nehmen möchte, steht früh vor einer grundlegenden Entscheidung: aufblasbares Board oder festes Hardboard. Beide Bauweisen unterscheiden sich in Transport, Fahrverhalten und Haltbarkeit deutlich. Für Reisende kommt eine zusätzliche Größe ins Spiel, das Packmaß. Ein Board, das im Wasser überzeugt, aber weder in den Kofferraum noch ins Fluggepäck passt, nützt unterwegs wenig.
Bauweise und Material: Drop-Stitch gegen Hartschale
Aufblasbare Boards, oft als iSUP bezeichnet, beruhen auf der Drop-Stitch-Technologie. Tausende feiner Fäden verbinden die obere und untere Materialschicht im Inneren. Beim Aufpumpen halten diese Fäden die beiden Flächen auf konstantem Abstand, sodass das Board trotz Luftfüllung flach und steif bleibt. Übliche Betriebsdrücke liegen je nach Modell zwischen 15 und 20 PSI, das entspricht etwa 1 bis 1,4 bar. Beim Außenmaterial unterscheidet man einlagige und doppellagige Konstruktionen. Doppellagige oder im Fusionsverfahren verklebte Boards sind steifer und robuster, dafür schwerer.
Ein praktisches Maß für die Qualität eines aufblasbaren Boards ist die Durchbiegung unter Last, in Tests häufig als Auslenkung in der Mitte des Boards gemessen, wenn eine definierte Last aufliegt. Je geringer diese Durchbiegung bei vorgegebenem Druck, desto steifer arbeitet die Konstruktion. Die erreichbare Steifigkeit hängt vom Innendruck, von der Fadendichte des Drop-Stitch-Kerns und von der Anzahl der Außenlagen ab.
Hardboards bestehen meist aus einem Kern aus EPS-Schaum, der mit Glasfaser oder Carbon und Epoxidharz laminiert wird. Diese Bauweise erzeugt eine höhere Steifigkeit und einen besseren Gleitwert, das Board liegt ruhiger und schneller im Wasser. Der Nachteil zeigt sich beim Transport und bei der Empfindlichkeit gegen Stöße, da sich Lack und Laminat bei Schlägen leichter beschädigen lassen als das robuste Außenmaterial eines iSUP.
Wer vor diesem Hintergrund ein SUP Board kaufen möchte, sollte zuerst festlegen, wie und wie oft es transportiert werden soll. Diese Frage entscheidet in den meisten Fällen bereits zwischen den beiden Bauweisen.
Packmaße, Gewicht und Transport
Hier liegt der größte Unterschied für Reisende. Ein aufblasbares Board lässt sich nach Luftablassen zusammenrollen und passt in eine Transporttasche, deren Größe etwa der eines großen Rucksacks oder Reisetrolleys entspricht. Übliche Packmaße liegen bei rund 30 bis 40 cm Durchmesser und 80 bis 90 cm Länge. Das Gewicht eines kompletten SUP-Sets mit Pumpe und Paddel liegt je nach Modell meist zwischen 7 und 12 kg, so dass man in der Regel innerhalb der üblichen Freigepäckgrenzen der Fluggesellschaften bleibt, die bei 23 kg pro Gepäckstück liegen.
Ein Hardboard misst je nach Typ zwischen knapp 3 und über 4 m und ist nicht zerlegbar. Für den Transport sind Dachträger oder ein entsprechend langer Innenraum notwendig. Im Flugverkehr ist es Sperrgepäck, was Gebühren und Voranmeldung kostet. Für die ortsfeste Nutzung, z. B. am eigenen See oder am Ferienhaus, spielt das keine Rolle, für wechselnde Reiseziele dagegen sehr.
Volumen, Traglast und die richtige Größe
Das Volumen eines Boards wird in Litern angegeben und bestimmt zusammen mit der Fläche, wie viel Auftrieb zur Verfügung steht. Als Orientierung gilt, dass das Volumen in Litern das Körpergewicht in Kilogramm spürbar übersteigen sollte. Anfänger fahren mit mehr Volumen stabiler, weil das Board höher im Wasser liegt. Hersteller geben zusätzlich eine maximale Zuladung an, die das Gewicht des Fahrers samt Ausrüstung umfasst. Diese Angabe sollte mit Reserve gewählt werden, da eine Überladung den Auftrieb und die Laufruhe verringert.
Auch die Maße beeinflussen das Fahrverhalten. Breitere Boards von etwa 81 bis 86 Zentimetern (32 bis 34 Zoll) bieten mehr Kippstabilität. Längere und schmalere Boards laufen geradeaus ruhiger und schneller, verlangen aber mehr Balance. Allround-Boards mit Längen zwischen 10 Fuß 6 und 11 Fuß gelten als vielseitiger Kompromiss, der für die meisten Reisesituationen geeignet ist.
Worauf Reisende bei der Auswahl achten sollten
Sinnvoll ist es, die Auswahl an klaren Kriterien festzumachen. Im Vordergrund stehen der geplante Einsatzzweck, also ruhige Seen, Küste oder leichte Touren, sowie die Transportsituation. Daran schließen sich konkrete Prüfpunkte an:
- Packmaß und Gesamtgewicht im Verhältnis zur Gepäckgrenze der genutzten Verkehrsmittel
- maximaler Betriebsdruck und Angabe zur Lagenkonstruktion bei aufblasbaren Boards
- angegebene Zuladung mit ausreichender Reserve zum eigenen Gewicht samt Ausrüstung
- mitgeliefertes Zubehör wie Doppelhubpumpe, Paddel, Leash, Finne und Reparaturset
- Garantiezeit und Verfügbarkeit von Ersatzteilen
Ein Blick auf Kennzeichnungen und Normen lohnt sich ebenfalls. Aufblasbare Wassersportgeräte fallen je nach Einstufung des Herstellers unter europäische Vorgaben für schwimmende Freizeitartikel. Eine klare Druckangabe auf dem Board, eine nachvollziehbare Zuladungsgrenze und beigelegte Sicherheitshinweise sind Anhaltspunkte für eine geprüfte Verarbeitung. Bei aufblasbaren Modellen geben die Naht- und Klebeverfahren zusätzlich Auskunft über die Langlebigkeit, da verschweißte oder im Fusionsverfahren verbundene Kanten weniger anfällig für Undichtigkeiten sind als einfach verklebte.
